Als Mose mitten in der Wüste vor dem brennenden Dornbusch steht, begegnet er seinem Gott. Einem Gott, dessen Namen er noch nicht einmal kennt. In dieser Begegnung beginnt auch in ihm selbst wieder etwas zu brennen, was lange fast erloschen war und was ihn in Bewegung setzt. Er wird von Gott darin bestärkt endlich zurück nach Ägypten zu gehen und sein Volk aus der Sklaverei zu befreien.
Auch die 106 Jugendlichen, die an diesem Wochenende das Sakrament der Firmung empfangen, stehen in gewisser Weise vor einem brennenden Dornbusch. Bewusst treten sie vor Gott und stehen zu ihrem Glauben, den sie in der Firmvorbereitung neu entdeckt, hinterfragt und erlebt haben.
In der Firmung lassen sie sich stärken durch Gottes Geist. Was dabei geschieht, soll mehr sein, als ein feierlicher Moment. Mehr als einmal habe ich in der Vorbereitung Sätze gehört wie: „Ich hab keine Talente.“ oder „Eigentlich kann ich nichts.“ Vielleicht ist es tatsächlich so, dass nicht jede und jeder in allem stark ist. Vielleicht gibt es immer eine Person, die besser zu sein scheint. In der Firmung soll sichtbar werden, dass Gottes Geist trotzdem in jedem Menschen wirkt – mit Gaben, die nicht laut sein müssen, um bedeutend zu sein. Im Alltag. In Entscheidungen. Im Einsatz für andere. In der ganz persönlichen Weise, den Glauben konkret zu leben.
Vielleicht geht es dem einen oder der anderen wie Mose, der vergessen hat, dass er von Gott berufen ist. Vielleicht halten sich auch heute Menschen für zu klein, zu unscheinbar. Aber Gott sieht mehr. Jeder einzelne Mensch hat Talente, Stärken und Möglichkeiten, die gebraucht werden. Gott bestärkt jede und jeden, sie auch einzusetzen.