Dieses Bild entstand bei unserer Bergtour durch das Karwendelgebirge mit Firmandinnen und Firmanden in den Pfingstferien, nachdem wir nach einem anstrengenden Aufstieg den Großen Solstein erreicht hatten. Auf der viertägigen Tour gingen wir über Stock und Stein, steil bergauf, abwechselnd durch Nebel und Sonnenstrahlen, und zum Schluss auf knapp 2500 m merkten wir, wie so langsam die Luft dünner wurde.
Oben angekommen, wurden wir belohnt mit einer wunderschönen Aussicht über das tiroler Alpenpanorama bei Sonnenschein. In dem Moment war die Anstrengung fast wie weggeblasen. Der weitere Weg gestaltete sich weiter in Höhen und Tiefen: mal bergauf, mal bergab, mal an Felswänden entlang, mal auf geradem Weg, mal durstig, aber dann wieder gestärkt vom Kaiserschmarrn.
Diese Tour – und besonders das Bild des Gipfelkreuzes im Nebel – erinnert mich sehr an das menschliche Leben. Auch dort gibt es Wege, die uns herausfordern: mal sind sie leicht, mal fühlen sie sich mühsam und steinig an. Manchmal verlieren wir die Orientierung, gehen im Nebel, sehen das Ziel nicht mehr, den Halt nicht, wissen nicht, wohin. Und manchmal denken wir ans Aufgeben.
Aber wir gehen weiter. Warum? Weil wir auf jemanden vertrauen, der den Weg kennt. In den Bergen ist es das Vertrauen in einen erfahrener Wanderführer. Im Leben kann es das Vertrauen in einen anderen Menschen sein, in das eigene Durchhaltevermögen – oder einfach der Glaube daran, dass es weitergeht, wenn wir wollen.
Und letztlich – ob wir es spüren oder nicht – ist auf all unseren Wegen Gott ein treuer Begleiter: still und verlässlich. Er geht mit – durch den Nebel und die Sonne, durch die Anstrengung und die Erleichterung.
Das Bild vom Gipfelkreuz im Nebel ist für mich ein starkes Zeichen dafür, dass Gott auch in den nebligen Zeiten bei uns ist: dass er uns Orientierung schenkt, wenn wir sie verloren haben und unsere Mühen in ein Gefühl von Sinn und Erfüllung verwandeln kann. Und das sind dann Momente, in denen man dem Himmel so nah ist.