Am 5. Juni gedenken wir dem Heiligen Bonifatius – einem Mann mit Mut, Herz und Haltung. Vor fast 1300 Jahren zog er als Missionar aus, um den christlichen Glauben nach Mittel- und Norddeutschland zu bringen.
Berühmt ist seine mutige Tat, als er bei Fritzlar die Donar-Eiche fällen ließ – ein heiliger Baum der Germanen. Kein Blitz schlug ein. Kein Zorn der Götter. Stattdessen wuchs daraus neues Vertrauen in den Gott der Liebe.
Was hat das mit uns heute zu tun? Bonifatius lebte in einer Zeit voller Unsicherheit, Umbrüche und Spannungen – gar nicht so anders als heute. Er stellte sich nicht über andere, sondern mitten hinein ins Leben der Menschen.
Er blieb in Verbindung mit seiner Kirche, aber auch mit den Menschen, denen er begegnete und denen er den Glauben nahe brachte. Und vor allem: Er blieb seiner Überzeugung treu, auch als er Widerspruch erntete.
Seine Botschaft: Wer mit Gott geht, muss nicht alles kontrollieren – aber darf vertrauen.
Heute ist Standfestigkeit nicht weniger gefragt. Zwischen schnellen Meinungen, lauten Stimmen und leisen Zweifeln tut es gut, aus dem Glauben Kraft zu schöpfen.
Vielleicht nicht, indem wir Bäume fällen – sondern Brücken bauen. Nicht durch Gewalt, sondern durch Geduld, Liebe und ein klares Herz. Bonifatius wird als Märtyrer verehrt, aber vor allem war er ein Mensch, der wusste: Glaube lebt vom Tun. Vom Gehen. Vom Sagen.
Oder wie er selbst schrieb: „Wir sind nicht stumm, noch lahm, sondern wir gehen und reden.“ In diesem Geist wünsche ich uns eine gesegnete Woche – mit Standhaftigkeit, Mut und der leisen Kraft des Vertrauens.