Stiftskirche St.Margarethen

Von überall her einsehbar streckt St. Margarethen ihren Turm in den Himmel. Sie kann es sich auch leisten, denn sie braucht sich neben Kirchen wie in St. Peter, Birnau oder Ebersmünster nicht zu schämen, ist sie doch auch eine der großen Töchter von Peter Thumb.
In der Zusammenschau wird St. Margarethen zum Barockjuwel des Elztals, architektonisch gestaltet an einem der entscheidenden Punkte der Vorarlberger Barockbaukunst, im ikonografischen theologisch gebildet und der Volksfrömmigkeit verpflichtet, in der künstlerischen Qualität ein Mosaik bedeutender regionaler und süddeutscher Meister von der Malerei über die Skulpturen bis zu Schnitzwerken und den Reliefs. Die Wiedereinrichtung des historischen Geläutes im Jahr 2005 komplettierte das historische Ensemble. Was diese Kirche nicht zuletzt zu einem Gesamtkunstwerk von hohem Rang macht, ist die Tatsache, dass hier trotz mancherlei Schwierigkeiten und zwischenzeitlicher Neubaupläne auf der eleganten Empore ein 1869 mit 26 Registern geschaffenes Werk eines ,,genialen“ Orgelbauers des 19. Jahrhunderts, Eberhard Friedrich Walcker, durch die 1973 schon als revidierbar geplanten Eingriffe vor der Zerstörung gerettet und weitgehend erhalten wurde, schließlich 1998 fast originalgetreu rekonstruiert werden konnte. Wie die Orgel von Kennern charakterisiert wird, so darf man die Kirche insgesamt ein herausragendes Kulturdenkmal im Oberrheingebiet nennen.
Prof. Dr. Dr. h. c. Hans-Otto Mühleisen
Auszug aus dem Kirchenführer
Bemerkungen zum Geläute von St. Margarethen
Als 1734 das neue Margarethenmünster unter der Leitung des Baumeisters Peter Thumb vollendet wurde, wurde das sechsstimmige Geläut des Vorgängerbaus übernommen und in einem barocken Glockenstuhl hoch oben im Turm untergebracht. Fünf dieser Glocken sind noch heute vorhanden: die Osanna von 1517 sowie die vier Glocken, die der Lothringer Ignaz Joseph Thouvenel (Outremécourt) 1698 gegossen hat. Sie sind der Gottesmutter, Petrus und Paulus, Joseph sowie Anna geweiht. Ende des 17. Jahrhunderts wurde die alte Stiftskirche noch einmal mit neuen Kunstwerken ausgestattet. So wurde 1698 auch das Chorgestühl geschaffen. Eine ältere Glocke wurde 1769 durch die Angelusglocke von Matthäus Edel (Straßburg) ersetzt. Auch sie ist heute noch zu hören. 1956 wurde das Geläut – dem Zeitgeschmack folgend – grundlegend verändert und zum größeren Teil durch fünf neue Glocken des Heidelberger Glockengießers Friedrich Wilhelm Schilling ersetzt. Fast 50 Jahre erklang nun ein sehr viel imposanteres Geläut. Die historischen Glocken wurden jedoch zum Glück deponiert bzw. auf andere Waldkircher Kirchen verteilt. So konnten 2003 alle historischen Glocken in den Turm rückgeführt werden, nachdem eine zersprungene Glocke wiederhergestellt worden war. Von den Heidelberger Glocken verblieben die drei größeren im Turm und ergänzen seitdem das Geläut auf neun Stimmen. In der Fachwelt erregte das Waldkircher Glockenensemble wiederholt die Aufmerksamkeit: „In dem wieder zusammengeführten Geläute verbinden sich alte und neue Instrumente ausgezeichnet. Es ist durch die eigenwillige und einzigartige Tonfolge von großem Reiz.“ (Andreas Philipp, Göttingen, www.glockenmuseum.de).
In der Glockenstube des Turms der Stiftskirche St. Margarethen: im Vordergrund ein Blick in die älteste und zugleich größte Glocke, die Osanna, gegossen von Georg Guntheim (Straßburg) im Jahr 1517: 3100 kg schwer, Durchmesser 1,65 Meter, Höhe 1,37 Meter. Ein Denkmal eigener Art ist der großartige barocke Glockenstuhl von 1734.
Ein besonderer Hinweis: Auf der Website »www.ebfr-glocken.de können Einzelaufnahmen der Glocken von St. Margarethen angehört und nach freier Wahl zusammen zum Klingen gebracht werden – sozusagen als ob man in der Sakristei die Läutanlage betätigen würde. Über die Rubrik „Glockensuche“ und das Stichwort „Waldkirch“ sind die Geläute von St. Margarethen, der Stadtkapelle, der Kirche in Suggental und von St. Blasius in Kollnau leicht zu finden. Auch die weiteren Kirchen der Seelsorgeeinheit Waldkirch werden nach und nach erfasst werden.
Dr. Peter Zürcher, ehemals Ausschuss "1100 Jahre Kloster und Stift St. Margarethen 2018" des PGR der Seelsorgeeinheit Waldkirch
Adresse
Stiftskirche St.Margarethen
Kirchplatz 12
79183 Waldkirch
Kirchplatz 12
79183 Waldkirch





![Quelle: Bernhard Bußhardt [Mariä Heimsuchung, Suggental]](https://www.kath-waldkirch.de/im/img/_KrGYSQLbSrXmS-LWn6dWsWdOVvHbSh25SCHbFBD_Vv1mfCpmFruaKR3_ID35S3DmSRGJSOcJSj2fG-jWpoxWG6dfKCVaIHd5d/f,j/mariaeheimsuchung_1920x300_bb.jpg)




