Bläsikapelle Kollnau
![Quelle: Seelsorgeeinheit Waldkirch [Alte Inschrift Bläsikapelle]](https://www.kath-waldkirch.de/im/img/_KrGYSQLbSrXmS-LWn6dWsWdOVv25SC35frX5rvA_Fl35fBi5rvAbFhu5MOpmFhIJFruaKtH_IOc5SjAJSjXfKt3_FrgbFruaKCgYSrGmSt3_FrgbFrAfKtLbFluYfrAaKhu5IhDbIJDfGZdWMwlOszum2o2/f,j/anfaenge_200x144.jpg)
Angenommen, dieser Tafel liegt ein geschichtlicher Vorgang zugrunde, dann müsste diese Übertragung 1556 oder wenig später geschehen sein. Damals führte Markgraf Karl II. von Hachberg in seinem Land, dem auch Mussbach zugehörte, die neue Lehre ein. Eine weitere, inzwischen verschollene Schrifttafel, weist auf den hl. Gallus hin, der gemeinsam mit dem hl. Blasius verehrt worden sei. Ein dem hl. Gallus gewidmeter Bildstock oder eine kleine Vorgängerkapelle könnte also der Ursprung sein.

![Quelle: Seelsorgeeinheit Waldkirch [Bläsikapelle]](https://www.kath-waldkirch.de/im/img/_KrGYSQLbSrXmS-LWn6dWsWdOVv25SC35frX5rvA_Fl35fBi5rvAbFhu5MOpmFhIJFruaKtH_IOc5SjAJSjXfKt3_FrgbFruaKCgYSrGmSt3_FrgbFrAfKtLbFluYfrAaKhgJFhE_IhRbr7GWsoxWnX8aIHd5d/f,j/altarraum_300x197.jpg)
Die letzte Renovation fand 2011 statt und wurde durch eine große Spendenfreudigkeit, etwa 400 Stunden an Eigenleistungen und Zuweisungen aus Kirchensteuermitteln ermöglicht. Der Fußboden wurde gereinigt und versiegelt, die Westfassade gereinigt und gestrichen sowie der Kapellenplatz mit Verbundpflaster ausgelegt. Auch die dringend notwendige Restaurierung der historischen Orgel erfolgte.
Geschichte der Wallfahrt
Das 1573 bezeugte ansehnliche Barvermögen lässt auf ein schnelles Anwachsen der Wallfahrt schließen. Die Patrone Gallus, Blasius und Wendelin standen bei der bäuerlichen Bevölkerung in großer Verehrung. Sie wurden bei den verschiedensten Krankheiten von Menschen und Haustieren angerufen. So erreichte in der Barockzeit die Wallfahrt zum hl. Blasius überregionale Bedeutung. Wallfahrtstage waren jeweils mittwochs, der Blasiustag, die Mittwoche nach Pfingsten, vor dem Wendelinustag, nach Weihnachten und der letzte Werktag im Jahr. Es wird berichtet, dass die Gläubigen Schinken und Rauchfleisch spendeten, welche dann vom Pfarrer für ein geringes Entgelt an die Armen verteilt wurde.
Schwere Zeiten für die Wallfahrt brachen mit der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrh. an. Der Waldkircher Obervogt versuchte zwar die Bedeutung der Wallfahrt herunterzuspielen, doch dies half nichts. 1811 verfügte das Großherzogliche Badische Direktorium die Aufhebung der Kapellenstiftung und die Entweihung als Gotteshaus. Dies hielt die Talbewohner aber nicht von der Verehrung des hl. Blasius ab, so dass das Innenministerium 1812 die Versteigerung der Kapelle beschloss. Die Gemeinde Kollnau rettete das Gebäude, indem sie es für 402 Gulden ersteigerte.
Der Blasiusaltar
Die Gläubigen hielten sich allerdings nicht an das Verbot aller religiösen Andachten und ließen sich dafür lieber des „krassen Aberglaubens“ bezichtigen. Ihren Durchsetzungswillen bezeugten sie, indem sie noch im selben Jahr eine neue Glocke bestellten und sich mittwochs weiterhin viele Gläubige aus dem gesamten Elztal vor der Kapelle versammelten. Notgedrungen musste die Kapelle wieder geöffnet werden. Aber es bedurfte noch eines langen Atems, bis am 18. Mai 1854 unter Beteiligung von 1500 Gläubigen wieder die erste hl. Messe gefeiert werden konnte. Die Wallfahrt blühte wieder auf. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen jährlich Tausende von Wallfahrern, an den Hauptwallfahrtstagen 300-400 Gläubige.
Nach den beiden Renovationen unter tatkräftiger Hilfe der Bauern aus dem Kohlenbach ist die Wallfahrt zum hl. Blasius nach wie vor beliebt. Vor allem am Blasiustag und am letzten Werktag des Jahres ist die Kapelle gefüllt. Außerdem finden regelmäßig Maiandachten und Rosenkranzandachten statt. Oft werden Trauungen und Ehejubiläen in der Kapelle gefeiert.
Der Innenraum
![Quelle: Seelsorgeeinheit Waldkirch [Ostfenster der Bläsikapelle]](https://www.kath-waldkirch.de/im/img/_KrGYSQLbSrXmS-LWn6dWsWdOVv25SC35frX5rvA_Fl35fBi5rvAbFhu5MOpmFhIJFruaKtH_IOc5SjAJSjXfKt3_FrgbFruaKCgYSrGmSt3_FrgbFrAfKtLbFluYfrAaKvGJF5Db2OQ5fCAWnXxNsWdWejq_F_/f,j/ostfenster_198x300.jpg)
Beeindruckend sind vor allem auch die modernen Fenster, die 1959 von dem berühmten Ulmer Künstler Prof. Wilhelm Geyer (1900-1968) gestaltet wurden. Seine Werke sind überwiegend in den Kirchen des Bistums Rottenburg-Stuttgart zu finden, aber auch in verschiedenen Domen und Kathedralen Deutschlands.
Auf der Nordseite gestaltete Geyer die beiden Matthäus-Gleichnisse vom Unkraut unter dem Weizen und den Arbeitern im Weinberg. Die 14 Nothelfer mit Maria sind auf der Südseite abgebildet, ergänzt durch vier Patrone der früheren Großpfarrei, den Heiligen Petrus, Martin und Elisabeth, sowie Gisela, die Tochter Burkhards II. von Schwaben, der als Gründer des Klosters in Waldkirch gilt. Das Fenster nach Osten bildet in den beiden unteren Reihen Szenen aus dem Leben Jesu ab. Darüber ist dem Künstler in herrlichen Farben eine Illustration zum Thema „das Lamm und die 24 Ältesten“ (Offb. 4,6-11) gelungen. So ist der Chorraum, vor allem bei Sonnenschein, von unerhörter Farbenglut erfüllt.
Bernd Reinbold
Literatur
- H. Rambach, St. Blasius im Kohlenbachtal, in: Rund um den Kandel, hrsg. von der Volksbank Waldkirch, 1981, S. 124 f.
- A. Vetter, Kollnau – Pfarrkirche St. Josef und Blasiuskapelle, Kollnau 1985
(beides vergriffen) - Kirchenführer zu allen Kirchen und Kapellen der Seelsorgeeinheit Waldkirch, 2012
Adresse
Kohlenbacher Talstraße
79183 Waldkirch





![Quelle: Bernhard Bußhardt [Mariä Heimsuchung, Suggental]](https://www.kath-waldkirch.de/im/img/_KrGYSQLbSrXmS-LWn6dWsWdOVvHbSh25SCHbFBD_Vv1mfCpmFruaKR3_ID35S3DmSRGJSOcJSj2fG-jWpoxWG6dfKCVaIHd5d/f,j/mariaeheimsuchung_1920x300_bb.jpg)



![Quelle: Toni Bürkle [Bläsikapelle], Seelsorgeeinheit Waldkirch](https://www.kath-waldkirch.de/im/img/_KrGYSQLbSrXmS-LWn6dWsWdOVv25SC35frX5rvA_Fl35fBi5rvAbFhu5MOpmFhIJFruaKtH_IOc5SjAJSjXfKt3_FrgbFruaKCgYSrGmSt3_FrgbFrAfKtLbFluYfrAaKCgYSrGmSt3_FrgbFrAWn6EOMwKOprAJFvumrvVJSrEmKlDaIHd5d/s,x,300,y,225/f,j/blaesikapelle_1024x665_toni_buerkle.jpg)