Perukreis Waldkirch und Siensbach

 

Ausgangslage

Die Kommunikation zwischen den Partnergemeinden St. Margarethen, Waldkirch und Santo Domingo Huari war über die letzten 3 Jahre stagniert. Verursacht durch den Personenwechsel im Pfarramt von S. Domingo. Nach dem Abschied von P. Alejandro Alvites tritt ein völlig neues Personal an: Mit dem ital. Bischof Ivo Baldi der ebenfalls ital. Pfarrer José Ciucci und mit ihm 3 peruan. Vikare Walter Flores, Jeremi-as Rodríguez und Isaias Zabetlena.
Eine Einladung des Pfarrers P. José Ciucci und unser starkes Interesse, vor Ort sozusagen nach dem Rechten zu sehen gaben den Ausschlag für den Besuch im September 2007.

Schwerpunkte der Besuche und Begegnungen

Die Ziele für unser Besuchsprogramm wurden vorab mit dem Pfarrer von Huari abgestimmt. Unser Wunsch war es, möglichst an die früheren Kontakte anzuknüpfen. An erster Stelle der Besuch der Silvia-Ruff-Schule, Vorschule, Primaria und Sekundaria, mit zurzeit 380 SS wohl das führende pädagogische Institut seiner Art am Ort. Der Partnerschaftsbaum, im Jahr 2000 gepflanzt, war prächtig gediehen. Das Fest mit allen Schülern und Lehrern, mit großer Hingabe zur Begrüßung auf dem Schulhof aufgezogen, die Ansprache der Schulleiterin, Ordensschwester Hanna, das Gespräch mit dem Kollegium, all das hat uns darin bestärkt, davon auszugehen, dass diese Schule, zumal mit ihrem Name Silvia Ruff, weiterhin ein Ort sein wird, über den hinaus die Partnerschaft gepflegt werden kann.
Nächste Ziele: Chinchas und Cajay als Außengemeinden von Huari, seit den Anfangsjahren insbesondere mit Suggental und Siensbach verbunden, - aber ebenso durch mangelnde Kommunikation in eine Art Funkloch geraten.
Chinchas, eine der kleineren von den 30 Ansammlungen um Huari herum, birgt die Krise schon in sich selbst. Die jungen Menschen verlassen das Dorf. Die Kirche: Baulich in miserablem Zustand. Die Schule, als Primaria, Grundschule, wie wir sagen, geführt: Ganze 5 Schüler, die hier noch unterrichtet werden; 2 davon die Töchter des noch verbliebenen ‚Schulleiters‘. Umso herzlicher offenbar aber die Freude derer, die uns hier empfangen darüber, dass sie in Waldkirch (Suggental) nicht vergessen sind. Mauro, der 1997 in Waldkirch war, spricht das in seiner Begrüßung so aus. Unsere Rührung beim Abschied hilft uns nicht bei der Frage: Wie ist diesem Dorf, wie ist den dort verbliebenen Menschen noch zu helfen?
In Cajay sieht es anders aus. Zwar, der Empfang ist prächtig, die Anteilnahme an unserem Besuch ist groß, ebenso die Menge der Kinder (nicht ungewöhnlich im Land Peru), die uns auch hier ins Dorf geleiten oder Spalier bilden. Gregorio, Schulleiter im Ort und seit dem Jahr 2000 als Anwalt und Kontaktmann der Partnerschaft bestellt, schmückt seine Rede kräftig aus. Die Blaskapelle auf dem Schulhof steht ihm nicht nach. Was danach kommt, ist enttäuschend. Der innere Zustand der Schule ist nach unserem Geschmack desolat, es fehlt einfach an Ordnung, bei den Büchern, Regalen, Material- und Fachräumen. Wieder, wie auch beim letzten Besuch, steht Anschauungsmaterial unausgepackt in Kisten herum. Diese Schule wurde mehrfach von Siensbach mit Spenden unter stützt. Gregorio hat kaum je auf EMail-Kontaktversuche reagiert. Wie kann es mit Cajay weitergehen?
Vielleicht gibt es einen Weg: Im Zusammenhang mit der nächsten Station. Da treffen wir uns am Abend im Pfarrhaus mit den Kaplänen P. Walter, P. Jeremias, P. Isias und etwa 15 Religionslehrern und Katecheten. Wir dürfen unsere Vorstellungen und Wünsche zum Thema Partnerschaft erläutern.
A und O unserer Reden zur Partnerschaft zielen darauf, am Ort, in der Pfarrgemeinde S. Domingo, eine Gruppe von Verantwortlichen zu installieren, die regelmäßig zusammentreten soll, um die Themen und Aufgaben der Partnerschaft zu verhandeln. Diese Gruppe, so unser Vorschlag, solle sich zusammensetzen aus Verantwortlichen der Silvia-Ruff-Schule (Maria Elena), Cajay (P. Isaias), Chinchas (Mauro Pantoja) und der Gruppe vom Kernort, in der auch einer der Geistlichen (z.B. P. Walter Flores) vertreten sein sollte.
Maria Elena und P. Isaias erklären sich bereit, in diesem Sinne in Vertretung für das Kollegium der Schule bzw. für Cajay sich zu engagieren. P. Isaias ist in Cajay aufgewachsen und ging dort zur Schule, er will Gregorio ‚unterstützen‘.
Wie weit dieses Konzept in Zukunft umzusetzen ist und Gestalt annehmen kann, wird sich zeigen müssen.
Ein weiterer Besuch galt wieder einem vorbildlich geführten Projekt, das wir ebenfalls im Jahr 2000 schon kennen gelernt hatten, diesmal unter einem neuen Namen: Instituto de Pomallucay, einer ‚Berufschule‘ mit den Gewerken Holz (zurzeit nicht nachgefragt), Automechanik und Elektro- bzw. Computer-Technik. Vor 7 Jahren hatten wir noch gesagt, was soll in Huari eine Autowerkstatt! Dieser Einwand kam uns im Jahr 2007 nicht mehr in den Sinn. Neben den öffentlichen Bussen ist auch der PKW-Verkehr im Ortsbild angekommen. Das Instituto de Pomallucay ist ein bischöfliches Projekt; und, wie wir vermuten, angelegt und fortentwickelt mit kräftiger Unterstützung von Mato Grosso, einem zahlungskräftigen ital. Hilfswerk. Auch Waldkircher Partnerschaftshilfe hat sich hier, wenn auch bescheiden, schon engagiert.
Der Name Pomallucay steht - nicht zufällig - noch für einen ganz anderen Ort. Auch diesmal hatten die Programmgestalter von S. Domingo nicht darauf verzichten wollen, uns nach Pomallucay zu führen, auch wenn die Fahrt nach dort 3-4 Auto-Stunden (ein Weg) in Anspruch nimmt. So muss es aber wohl sein, wenn es gilt, grandiose Naturbilder vor Augen, ein Wallfahrtsziel der Anden aufzusuchen. „El Señor de Pomallucay", ein gekreuzigter Christus, dessen Leidensgestalt den Chorraum über dem Hauptaltar nahezu aufregend dominiert. Es war für uns ein Erleben eigener Art, hier die Eucharistie mit einigen Begleitern aus Huari und zusammen mit einer Pilgergruppe einheimischer Frauen, Indio-Bäuerinnen aus der Umgebung mit deren eigener Frömmigkeit zu feiern.
Pomallucay, im Sichtfeld der Weißen Cordilleren, beherbergt auch das Priester-Seminar der Prälatur Huari. Für uns Besucher nicht ohne Bedeutung: Wir dürfen dort am Mittagstisch Platz nehmen.
Am Puls der Andenvölker waren wir aber anderswo noch; bei den Familien, die uns in ihre Wohnungen zum Frühstück, zum Mittag- oder Abendessen eingeladen hatten: Im Haus von Rosa Dunia, Carlos Mory, Iris Rincón, Maria Elena Valle, Rosa Lezameta, und Abel Sotomayor; überaus herzliche Begegnungen von freundschaftlichem Austausch und vielen Fragen nach den Freunden von damals und von heute.
All diese Erfahrungen waren bestens eingebettet in eine Heimstatt am Ort der Partnergemeinde. Der Bischof von Huari, Mons. Ivo Baldi, hatte uns großzügig in die Gastzimmer seiner Prälatur einquartiert, der Pfarrer, José Ciucci, ein wohlüberlegtes und -organisiertes Programm geboten und mit seinem Mitarbeiterstab, den Padres Walter Flores, Jeremias Rodrígues und Isaias Zabetlena aufmerksame Begleiter und Gesprächspartner beigesteuert. All dies hat uns im Tiefsten schier überwältigt.
Johannes Reidt
 
 
 
  
  • Thomas Braunstein
    Stellv. Leiter der Kirchengemeinde an der Elz
    Telefon: 07681 7208
 
 
 
Fastenessen 2024
 
An zwei Samstagen in der Fastenzeit hat der Perukreis wieder sein alljährliches Fastenessen angeboten. Die Mitglieder des Perukreises hatten viel Spaß am Kochen und haben sich über die vielen positiven Rückmeldungen gefreut. An beiden Terminen war der große Saal des Gemeindezentrums gut gefüllt und es wurde ein sehr gutes Ergebnis an Spenden für die Partnergemeinde erzielt. Ein herzliches Vergelt’s Gott gilt allen Spenderinnen und Spendern. Die Partnerschaftsgruppe in Huari/Cajay hat im März Lebensmittelpakete unter den armen Senioren in Cajay verteilt, gefördert durch Spenden aus unserer Gemeinde. Pater Jeremias aus Huari bedankte sich mit folgender Botschaft: „Es ist für mich eine große Freude und ich sehe es als eine nette Geste und einen Akt der Liebe, dass ich mit den Bedürftigsten, besonders den ältesten Leuten von Cajay, etwas teilen konnte. Ich danke zutiefst den Schwestern und Brüdern aus Waldkirch und Siensbach, vor allem auch den Älteren unter ihnen, die es uns ermöglicht haben, die alten Menschen in Cajay zu unterstützen. DANKE.“
 
Fastenessen 2024
 
 
 
Ein bewegtes Jahr liegt hinter uns. Nach einer pandemiebedingten Pause 2022 konnten wir im Frühjahr 2023 wieder unser Eintopfessen zugunsten unserer Partnergemeinden durchführen. Unsere Gäste waren uns treu geblieben und wir konnten unser geschmälertes Konto wieder aufbessern, denn in Peru grassierte 2022 die Corona-Pandemie noch schlimmer als bei uns, und unsere Partnergemeinde benötigte Hilfe: Medikamente und Beatmungsgeräte mussten angeschafft werden sowie Nahrungsmittel für die arme Bevölkerung in den hochgelegenen Gegenden. Als es Ende 2022 wieder aufwärts ging, begannen wir den Besuch von 6 Personen aus Huari zu planen. Mit Eifer ging es an die Arbeit, denn der Termin sollte schon vom 01. bis 08. Mai sein. Geplant waren ein Freiburg-Besuch, ein Kita-Besuch, ein Stadtrundgang, eine Schwarzwaldtour, eine Kaiserstuhlwanderung und – ganz oben auf der Wunschliste unserer Gäste – ein Friedhofsbesuch mit Gräberbesuch der verstorbenen Perukreis-Mitglieder. Ein Tag in Siensbach, partnerschaftlich verbunden mit Cajay, war ebenfalls ein Höhepunkt des Besuchs. Fast zu schnell gingen die Tage vorbei, die sehr herzliche Spuren hinterließen.
 
Gruppenbild mit Gästen aus Peru
 
 
Besuch aus Huari
Gleich zweimal durften wir in diesem Jahr schon Besuch aus unserer Partnergemeinde Huari/Cajay willkommen heißen. Im Mai besuchten uns 6 Gäste. Dieser Besuch war ursprünglich für 2020 geplant. Nun konnte die Einladung endlich real werden. Ein vielfältiges und straffes Programm gab unseren peruanischen Gästen Einblicke in das Leben der Pfarrgemeinde und der Stadt Waldkirch. Ein Highlight war der „Siensbach-Tag“, bei dem die Gastfreundschaft einmal längs durch Siensbach keine Grenzen kannte. Für unsere Freunde ist stets auch der Besuch der Gräber aller verstorbenen Mitglieder der Partnerschaft wichtig. Vor allem natürlich das Grab von Silvia Ruff in Suggental, die als junge Frau beim ersten Besuch in Huari bei einem Autounfall ihr Leben lassen musste. In Huari ist deshalb auch die Schule nach ihr benannt. Beeindruckend und wohltuend ist diese Erinnerungskultur unserer Freunde. Kindergärten, Rathaus und die Höhen von Schwarzwald und Kaiserstuhl wurden ebenfalls mit großem Interesse besucht. Weitere vier Gäste aus Huari durften wir im Juli begrüßen,pünktlich zum
Margarethenfest. Diese jungen Erwachsenen sind Teil der Jugendpartnerschaft und zogen weiter zum Weltjugendtag nach Lissabon. Die Partnerschaftsgruppe in Huari ist pastoral und sozial unwahrscheinlich engagiert und es ist bereichernd, darüber miteinander in den Austausch zu kommen. Sie kommen als Gäste und gehen als Freunde!
 
Besuch aus Huari
 
 
 
 
Fastenessen 2023
Nach einer mehrjährigen pandemiebedingten Pause hat der Perukreis an den ersten zwei Samstagen im März sein traditionelles Fastenessen wieder anbieten können. Mit viel Spaß und Freude hat das Küchenteam des Perukreises in der Küche des Gemeindezentrums geschnippelt und gekocht und an beiden Terminen ein tolles, wenn auch einfaches Essen bereitet. Ein herzliches „Vergelt’s Gott “ an alle Unterstützer und Spender, die den Weg ins Gemeindezentrum gefunden haben. In der Zeit des Redaktionsschlusses arbeitet der Perukreis an dem bevorstehenden Besuch von einer Gruppe aus unserer Partnergemeinde Huari und Cajay, der vom 1. bis zum 8. Mai stattfinden wird.
 
Fastenessen 2023
Das Küchenteam stellt sich vor
 
 
 
Am 14. Oktober 2019 beschlossen die beiden Perukreise aus Waldkirch und Siensbach einstimmig, dass sie zukünftig zusammenarbeiten und somit fusionieren. Gemeinsam möchte der Kreis die Peru-Partnerschaft mit Huari und Cajay aufrecht erhalten. Geplant ist, dass eine Gruppe aus Huari und Cajay im Jahr 2020 uns besucht. Die Einladung ist bereits ausgesprochen und wir hoffen, dass wir im Juli an unserem Pfarrfest wieder Besuch aus unseren Partnergemeinden in Waldkirch haben.
 
Der Perukreis Waldkirch-Siensbach verkaufte auch 2019 Weihnachtsbrötle
Am ersten Advent verkaufte der Perukreis nach dem Gottesdienst wieder Weihnachtsplätzchen. Mit dem Erlös wurde den Kindern in der Partnergemeinde Huari zu Weihnachten eine leckere, heiße Schokolade gekauft.
 
 

Katharina Hin und Mylène Houet berichten über den Besuch der Peruaner im Juli 2015.

 
Liebe Gemeinde, die Peru-Kreise möchten sich recht herzlich für Ihr Engagement während des Besuches der Peruaner bedanken. Ganz besonders möchten wir den Familien danken, die unseren Freunden aus Peru eine Unterkunft gestellt haben und allen anderen, die für ihren Einsatz als Dolmetscher, Chauffeure oder Begleiter bei Programmpunkten und anderen Aktionen stets zur Stelle waren. Vielen, vielen Dank! Ohne Euch hätte der Besuch nicht in so einem schönen Rahmen stattfinden können.
Das Programm war sehr vielfältig für unsere Freunde aus Peru und sie konnten durch die verschiedenen Programmpunkte viele Einblicke in unsere Gesellschaft und unser Gemeindeleben bekommen.
Neben dem Besuch beim Bürgermeister in Waldkirch fand auch ein Besuch im Ordinariat mit anschließender Stadtführung durch Freiburg statt.
 
 
Natürlich konnten die Peruaner auch viel von Waldkirch und Umgebung sehen und miterleben. Beispielsweise bei der Besichtigung der Sehbehinderten Schule St. Michael und dem Kindergarten St. Vinzenz. Dort durfte eine Probe des Kinder-und Jugendchores nicht fehlen, von der unsere peruanischen Freunde sehr begeistert waren. Auf dem Programm standen ebenso ein Workshop mit der Kläpperlegarde, Grillen bei den Pfadfindern, sowie ein Besuch des St. Nikolai-Stifts. Unsere Gäste waren unermüdlich und nutzen jede Gelegenheit unsere Gemeinde und deren Mitglieder noch näher kennen zu lernen.
Im Suggental wurde das Grab von Silivia Ruff besichtigt.
 
 
Die Freunde aus Huari und Cajay waren zudem einen ganzen Tag in Siensbach und erkundeten diese Teilgemeinde von Waldkirch.
 
 
Höhepunkt des Besuches war unser Gemeindefest, an dem auch das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert.
 
 
Besuch aus Peru im Jahr 2015
 
Zu diesem Anlass waren auch der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß und der Bürgermeister Roman Götzmann anwesend.
Trotz vieler Anstrengungen bei der Vorbereitung und während des Besuches durften wir die Freude unserer Gäste aus Peru immer wieder sehen und fühlen. Für sie war der Besuch in Waldkirch etwas ganz Besonderes. Ihre Herzlichkeit und Fröhlichkeit hat uns immer wieder überwältigt. Muchos Saluto.
Klaus Haberstroh hat das gesamte Besuchsprogramm der peruanischen Freunde (vom 13. bis 21. Juli) mit der Kamera begleitet. Daraus ist ein Videofilm (51 Minuten Länge) mit begleitendem Kommentar entstanden, der alle wesentlichen Stationen des Besuchs in Erinnerung ruft. Der Film kann zum Preis von 10 € erworben werden.
Bestellung: Telefonisch (ggfs AB) bei 
  
mit Adressangabe. Die DVD wird zugestellt.