Beim Sonnenuntergang am See entstand dieses Bild. In diesem Moment klang in mir ein Abendlied:
„Bleib bei uns, Herr, die Sonne gehet nieder“. Ein Lied aus dem Gotteslob (Nr. 94), das auch in einer mehrstimmigen Vertonung von Josef Gabriel Rheinberger bekannt ist. Der Text stammt von William Henry Monk (1861).
Diese Bitte – „Bleib bei uns, Herr“ – zieht sich durch alle drei Strophen. Er soll bei uns bleiben, wenn:
- die Sonne niedergeht
- der Abend wiederkehrt
- das Dunkel unsrer Sorgen präsent ist
Und er bleibt bei uns, denn er ist unser Trost und Licht. Unsere Hoffnung und unser Weg. Unsere Geborgenheit und unser Leben, wie es im Lied heißt.
Wenn ich den Liedtext genauer betrachte, stelle ich fest, dass dieses Lied bzw. sein Text mich schon seit meiner Kindheit begleitet. Als ich abends im Bett mit meiner Mutter gebetet habe und sie mir ein Kreuzzeichen auf die Stirn gezeichnet hat. So durfte in mir schon als Kind das Vertrauen wachsen, dass Gott bei mir bleibt, wenn die Dunkelheit der Nacht kommt und er auch am nächsten Morgen bei mir bleibt, wenn ein neuer Tag anbricht.
Nicht nur in der Dunkelheit der Nacht bleibt er bei uns. Auch dann, wenn sich ein Tag voller „Müh und Plag“ geneigt hat. Auch unsere Mühen kennt er und bleibt als „Licht, das niemals mehr erlischt“ bei uns.
Die untergehende Sonne auf dem Bild ist ein schönes Zeichen dafür, dass Gott und sein wärmendes Licht zwar für uns ab und an schwinden. Aber wir sicher sein können, dass er der Bitte „Bleib bei uns, Herr“ nachgeht und wieder spürbar wird durch sein wärmendes Licht.
Ihnen wünsche ich auch dieses Vertrauen und empfehle sehr gern, das Abendlied von Rheinberger anzuhören:
Lisa Lauer, Gemeindeassistentin