Vergangenen Montag haben wir Mariä Empfängnis gefeiert. Viele verwechseln dieses Fest mit der Jungfrauengeburt. Dabei geht es um etwas anderes: um den Glauben, dass Maria selbst vom ersten Augenblick ihres Leben an von Gott getragen war – ein Geschenk, das allem vorausging.
Zur gleichen Zeit zieht in diesen Tagen wieder unsere Marienstatue durch die Seelsorgeeinheit. Seit fünf Jahren wird sie jeden Advent von Haus zu Haus getragen. Menschen öffnen ihre Türen, zünden vielleicht eine Kerze an, schaffen einen kleinen Platz für sie. Ein Zeichen: Du darfst hier sein. Du bist empfangen.
Viele Menschen berührt der Besuch Marias. Vielleicht weil es etwas ausdrückt, wonach wir uns alle sehnen. Einen Ort zu haben, an dem wir nicht funktionieren müssen. Einen Raum, in dem wir uns kurz ausruhen dürfen, Kraft sammeln, den Schutzpanzer ablegen können. Manchmal ist das eine Wohnung, ein Zimmer, ein vertrauter Sessel. Aber oft sind es Menschen – jemand, der zuhört, der uns hält oder bei dem wir vielleicht gerade auch nichts sprechen müssen, sondern einfach nur da sein dürfen.
Unsere Marienstatue erinnert mich in diesen Tagen zugleich daran, dass auch wir selbst immer wieder empfangen sind: von Gott, der uns nicht erst dann annimmt, wenn wir alles richtig machen, sondern der uns schon vorher einen Platz bereitet.
Ich hoffe, dass jeder von euch immer wieder Orte findet – und Menschen –, bei denen er ankommen darf. Und dass wir selbst für andere solche Räume öffnen.