Dass der Advent mehr ist als Lichterketten, Plätzchenduft und gemütliches Zusammensein zeigt sich für mich besonders an der biblischen Erzählung von Maria und Elisabet. Dieses Bild berührt mich gerade dieses Jahr, in dem ich selbst schwanger bin.
Da sind zwei Frauen, die nicht in die üblichen Vorstellungen von Schwangeren passen – die eine gilt schon fast als zu alt, um Mutter zu werden, die andere als zu jung, bzw. sollte als unverheiratete Frau eigentlich nicht schwanger sein. Sie stehen sich bei in aller Freude und all den Sorgen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt. Ihre Hoffnung ist nicht nur warm und gemütlich, sondern geht einher mit Angst vor gesellschaftlichen Urteilen, vor dem Risiko der Geburt für das eigene Leben, davor, das werdende Kind doch wieder zu verlieren.
Hoffnung ist manchmal auch anstrengend, weil Hoffnung auch bedeutet, Unsicherheit auszuhalten. Vielleicht braucht Hoffnung gerade deshalb die Gemeinschaft und Solidarität, die Maria und Elisabet leben. Es braucht Solidarität in der konkreten Hoffnung, die in einem werdenden Kind Gestalt annimmt, sowie in der übergreifenden Hoffnung auf Gottes solidarisches Handeln, die Maria gegenüber Elisabet im Magnifikat formuliert.
Advent heißt für mich deshalb auch: In aller Unsicherheit miteinander zu hoffen – und gleichzeitig durch das eigenes Handeln Solidarität wachsen zu lassen und einander beizustehen.