Zwischen Wasser und Pfannen

15.10.2025 | Wort für die Woche

Ehrlich gesagt: Wer denkt beim Händewaschen schon an Gott? Meistens geht’s ja nur um Seife, Wasser, fertig. Und trotzdem – heute lohnt sich ein zweiter Blick. Denn tatsächlich ist 15. Oktober: Internationaler Händewaschtag. Kein Scherz. Die Weltgesundheitsorganisation ruft dazu auf, die Hände gründlich zu reinigen. 

Hände waschen
Und vielleicht schmunzelst du dabei – weil du das ohnehin mehrmals am Tag tust. Aber vielleicht steckt genau darin eine kleine Einladung: innezuhalten, achtsam zu werden, dankbar für das, was deine Hände Tag für Tag tun.
 
Die heilige Theresia von Ávila, deren Gedenktag wir auch heute feiern, wusste um diese heilige Alltäglichkeit. Ihr wird der Gedanken zugesprochen:
 
„Auch zwischen Töpfen und Pfannen wandelt der Herr.“
 
Für Theresia war Gott nicht nur im Klosterchor oder im Gebet, sondern mitten im Tun. Beim Kochen, Putzen, Schreiben, Organisieren – da, wo das Leben eben geschieht. Sie hatte verstanden: Es gibt keine Trennung zwischen Heiligem und Profanem. Alles kann Ort der Begegnung mit Gott werden.
 
Vielleicht kann auch dein Waschbecken zu einem kleinen Altar werden. Wenn du die Hände ins Wasser tauchst, spür den Moment: Wasche nicht nur Schmutz ab – sondern vielleicht auch Müdigkeit, Ärger, Rastlosigkeit. Und bitte Gott, dass deine Hände wieder offen werden – für die Menschen, die dir heute begegnen, für das Gute, das du tun kannst.
Denn Gott ist schon da. Zwischen Wasser und Seife. Zwischen Töpfen und Pfannen. Zwischen dem, was du tun musst, und dem, was dich trägt.

Möge er dir offene Hände und ein weites Herz schenken – für diesen Tag.
 
Christoph Gairing, Ständiger Diakon