Sommerlager

06.08.2025 | Wort für die Woche

Was haben der VfB-Präsident Alexander Wehrle und der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes gemeinsam? Beide sammelten ihre ersten Leitungserfahrungen in der katholischen Jugendarbeit. Und so geht es vielen – auch alle meine Kolleginnen im Pastoralteam kommen, wie ich, aus der Jugendarbeit.
 

Kindergruppe auf dem Sommerlager
Mich hat diese Zeit als Gruppenleiter stark geprägt – heute ist sie sogar Teil meiner beruflichen Tätigkeit. Ich erinnere mich gut an mein erstes Sommerlager 1996: zum ersten Mal 14 Tage Zeltlager mit Geländespielen, Lagerolympiade, Zweitageswanderung, Spüldienst und vielen Geschichten und Liedern am Lagerfeuer. Was mir damals noch nicht bewusst war: wie viel Arbeit hinter so einem Lager steckt – das gesamte Material musste transportiert, das Programm vorbereitet und Verantwortung übernommen werden. Erst als ich selbst Gruppenleiter war, wurde mir klar, wie viel Herzblut und Einsatz das erfordert hat.
 
Vieles hat sich seither verändert – damals gab es noch Musik von Kassette und keine Handys. Und doch erlebe ich bei meinen heutigen Lagerbesuchen dieselbe Begeisterung, die ich als Kind gespürt habe. Denn genau das sind die prägenden Momente: gemeinsam unterwegs zu sein, sich zu freuen, zu diskutieren, zu streiten – und zu feiern.
 
Und vielleicht ist es genau diese gelebte Gemeinschaft, in der etwas von dem aufscheint, was Jesus vorgelebt hat: miteinander unterwegs zu sein, Verantwortung zu übernehmen, Räume zu schaffen, in denen jede und jeder mit seinen Gaben zählen darf. Das muss nicht immer in der Kirche selbst geschehen – auch draußen, unter freiem Himmel, am Feuer, beim Wandern, im Gespräch kann Gottes Nähe spürbar werden. Dort, wo Menschen ein Stück Weg miteinander teilen, einander zuhören und sich gegenseitig tragen, wird Jugendarbeit mehr als nur Freizeitgestaltung – sie wird zu einem ganz besonderen Ort.
 
Maximilian Kleis, Jugendreferent