Wir brauchen (mehr) Segen

31.07.2025 | Wort für die Woche

Diese Woche feiern viele Schulen in unserer Seelsorgeeinheit ihre Schuljahresabschlussgottesdienste. Die Gottesdienste werden meist von den jeweiligen Religionslehrerinnen und -lehrern vorbereitet und stehen oft unter einem bestimmten Thema: Gott als Schirm, der uns behütet und beschützt. Der Regenbogen als Symbol, das uns untereinander und mit Gott verbindet. Oder "Oh Happy Day(s)", als Ausdruck von Freude und Dankbarkeit.

Segnende Skulptur
Die Gottesdienste sind immer unterschiedlich gestaltet – mit verschiedenen Bibelstellen, Liedern und Symbolen. Und was besonders schön ist: Die Schülerinnen und Schüler bringen sich ganz vielfältig ein. Sie singen, lesen, gestalten mit.
 
So unterschiedliche alle Gottesdienste sind, gemeinsam haben sie eine ganz besondere Zeichenhandlung: den Einzelsegen für alle, die die Schule verlassen und gesegnet werden möchten. Das sind immer ganz berührende Begegnungen. Auch der oder die lebendigste Schüler*in wird still, wenn ich vor ihr oder ihm stehe und einen Segen spreche. Wenn ich in Gottes Namen Gutes zuspreche. Worte, die Herz und Seele berühren.
 
Besonders eindrücklich war für mich in diesem Jahr eine Begegnung am SBBZ St. Michael. Als Letztes – ich war fast schon wieder auf dem Weg zurück an meinen Platz – kam noch ein Schüler nach vorne. Für seinen Segen. Ich beugte mich zu ihm hinunter, um ihn nach seinem Namen zu fragen. Doch da nahm er mich einfach in den Arm. Eine so wunderbar herzliche und lebensechte Geste.
 
In diesem Moment wurde mir bewusst: Nicht nur ich durfte ihm einen Segen zusprechen – ich selbst wurde beschenkt. Gesegnet durch seine Geste.
 
Zurück an meinem Platz saß ich mit einer Träne im Auge und dachte bei mir:
Ja, das brauchen wir in der Welt. Mehr Segen.
Nicht nur als Worte. Sondern als echte Zuwendung.
 
Ich wünsche euch für die kommenden Wochen des Sommers viel Segen.
Und viele berührende Begegnungen.
 
Christoph Gairing, Ständiger Diakon