Veranstaltung mit Nezdet Mustafa in Stuttgart

Am 27. Oktober 2023 fand im AWO Stadtteilhaus in Stuttgart Ost eine Vortragsveranstaltung mit dem eigens aus Nord-Mazedonien angereisten Roma-Politiker Nezdet Mustafa statt.

Nezdet Mustafa wurde 1990 erster Generalsekretär der neu gegründeten Roma-Partei (PCER). Ab 1994 war N. Mustafa in Köln, wo er sich neben seinem Philosophie-Studium für das Bleiberecht von Romn´ja in Deutschland einsetzte.
 
Nach seiner Rückkehr nach Mazedonien wurde er im November 96 zum Bürgermeister von Suto Orizari, einem Stadtteil von Skopje (mit 50.000 Roma eine der größten Roma-Siedlungen Europas) gewählt.
 
Heute ist er Minister der Nord-Mazedonischen Regierung. Er schildert, dass er seine Auf-gaben vorrangig in Verbesserungen beim Wohnen, im Gesundheitswesen, bei der Arbeit und Bildung sieht. Nezdet Mustafa betont, dass es trotz einiger Verbesserungen immer noch eine weit verbreitete Diskriminierung der Roma-Bevölkerung in Nord-Mazedonien gibt. Viel verspricht er sich von der demokratischen Repräsentanz der Roma in der Regierung.
 
Erhebliche Probleme bereiten weiterhin die prekäre Wohnungssituation (Ghettos häufig ohne Wasser und Heizung), sowie fehlende Arbeitsmöglichkeiten. Als gute Beispiele führt er an, dass es inzwischen staatliche Kindergärten und Volksküchen gibt, die für Roma zugänglich sind. Schüler werden z.T. durch vergebene Stipendien gefördert, dabei führt das Prinzip: „je besser die schulische Leistung, desto mehr Geld“ auch zu einer erhöhten Motivation der Eltern.
 
In der seinem Referat folgenden Diskussion ging es vorrangig um die Fragen der Migration aus Nord-Mazedonien, den 1995 beschlossenen Abschiebungen, Folgen der Rückführung in sog. „sichere Herkunftsländer“ (gesamter Balkan) und der Frage, wie in Deutschland Integrationsmöglichkeiten für Roma geschaffen werden können.
 
Ganz zum Schluss ging Nezdet Mustafa noch auf sein neues Buch „ Romanisam“ ein, das zeitnah in deutscher Übersetzung erscheinen soll. 

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