VERFOLGUNG DER SINTI & ROMA JETZT & HEUTE

Rückblick auf eine Veranstaltung in Lörrach

 
Die Anlaufstelle / Netzwerk Pro S.R. organisierte am Donnerstag, den 13.10.2022 gemeinsam mit der Caritas Landkreis Lörrach eine Veranstaltung zum Thema „Verfolgung der Sinti und Roma jetzt und heute“. Hauptreferent war Adem Ademi, der sowohl in der Caritas als auch im Netzwerk „Pro Sinti und Roma“ tätig ist. 

Reinhardt Zahn, Leiter der Caritas für Migration & Integration für den Landkries Lörrach, begrüßte die Anwesenden mit einer kurzen Ansprache. Anschließend sprach auch der Vorsitzende und Koordinator der Anlaufstelle „Pro Sinti & Roma“ Kemal Ahmed ein kurzes Grußwort und bedankte sich für die Kooperation mit der Caritas. Kemal Ahmed macht auch deutlich, wie wichtig ihm solche Veranstaltungen seien, um auf Antiziganismus aufmerksam zu machen. Denn, so Kemal Ahmed, Antiziganismus sei ein strukturelles Problem, das unsere Gesellschaft und damit die Lebensrealität von tausenden Menschen, in Deutschland entscheidend präge und damit ein Problem, an dem wir alle teilhaben.
 
Gerade durch die Ukraine-Krise würden diese Probleme, so Kemal Ahmed, erneut deutlich aufgezeigt. Denn es gebe zwar eine große Welle der Solidarität gegenüber den Geflüchteten aus der Ukraine, aber leider gelte diese Solidarität oft nicht allen Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg flüchten: Roma seien oft außen vor. 
 
Adem Ademi, Hauptreferent des Abends, wies in seinem Vortrag auf die Hintergründe dieser Diskriminierung hin. Zunächst jedoch gab er einen Einblick in die Geschichte der Roma: Er erklärte, woher Roma ursprünglich kommen und ging auf die gemeinsame Sprache der Roma, Romanes, ein. Auf dieser Basis schärfte Adem Ademi den Blick für die Verfolgung von Sinti und Roma – beginnend bei der Verfolgung in der NS-Zeit – zeigte er die wiederkehrenden antiziganistischen Muster auf. Auch heute, das betonte Adem Ademi, erleben Roma wie auch Sinti massive Diskriminierung in Deutschland. Das werde nicht zuletzt im Umgang mit Roma im Zuge der Ukraine-Krise deutlich. Daher sei es wichtig, gemeinsam Lösungsstrategien zu entwickeln und Antiziganismus als Gesellschaft geschlossen entgegenzutreten. 
 
Im Anschluss gab es eine kleine Diskussion. Kemal Ahmed und Adem Ademi beantworteten die Fragen aus dem Publikum.