Die Mitarbeiter*innen berichteten über Roma, die gut integriert seien und andere, die sich nicht integrieren ließen. Außerdem gebe es Schwierigkeiten beim Dolmetscher*innen-Pol, da es leider sichtbare Diskriminierung gegenüber geflüchteten Roma aus dem Westbalkan und der Ukraine gebe. Die Mitarbeiter*innen des DRK berichteten von ihrem Eindruck, dass bei einzelnen Übersetzungssituationen der Eindruck entsteht, die Dolmetscher*innen würden nicht 1:1 übersetzen und ihre Meinung einfließen lassen, die teilweise (bewusst oder unbewusst) nicht diskriminierungsfrei ist. Die Betroffenen werden so erneuten Rassismen ausgesetzt und die Diskriminierungserfahrung verstärkt sich, was die Möglichkeit einer erfolgreichen Zusammenarbeit und eines guten Integrationsprozesses verbauen kann.
Daher sollen Dolmetscher*innen in der Zukunft von Anfang an explizit darauf hingewiesen werden, dass sie nur für die Übersetzung beauftragt werden und keine andere Rolle übernehmen dürfen. Wenn der Verdacht besteht, dass nicht richtig übersetzt wird, sollen die Gespräche mit den Dolmetscher*innen sofort vor Ort beendet werden. Kemal Ahmed betonte, dass es bei Sinti und Roma sehr wichtig sei darauf zu achten, dass sie mit den Dolmetscher*innen in ihrer eigenen Muttersprache sprechen können. Wenn auf andere Sprachen zurückgegriffen wird, komme es neben den erwähnten Diskriminierungen auch zu mehr Missverständnissen.
Kemal Ahmed bietet an, für schwierige Gespräche zur Verfügung zu stehen und wird in der Zukunft die Mitarbeiter*innen bei der Beratung der Familien unterstützen.
Diskriminierung und Rassismus sind für Kemal Ahmed nichts neues, da Roma aus allen Herkunftsländern von Diskriminierung durch Institutionen berichten und vielfach diskriminiert und stigmatisiert werden. Zum Bespiel werden Mitarbeiter*innen von Institutionen angerufen und danach gefragt, ob sie mit Roma Probleme hätten. Außerdem werden vor dem Erteilen einer Aufenthaltserlaubnis Pässe und Ausweise von ukrainischen Roma erst auf ihre Echtheit überprüft, wodurch sich die Aufenthaltserlaubnis um Monate oder sogar Jahre verzögern kann.
Kemal Ahmed und die Mitarbeiter*innen des DRK vereinbaren einen engen Austausch und wünschen sich eine gute Zusammenarbeit. Kemal Ahmed wird bei den Erstgesprächen mit ankommenden geflüchteten Roma anwesend sein. Auch die Diskriminierungsfälle werden an Kemal Ahmed weitergeleitet. Außerdem wird eine der Dolmetscher*innen Kontakte zu Übersetzer*innen herstellen, die der Minderheit angehören.
Auf die Stärkung der weiteren Zusammenarbeit freuen sich beiden Seiten und Kemal Ahmed bedankt sich herzlich für die Zusammenarbeit und das Gespräch.
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