Ukrainische Roma im Landkreis Lörrach

Kemal Ahmed besuchte die Anlaufstelle in Lörrach

 
Am 07.07.2022 trafen sich in Lörrach der Vorsitzende Kemal Ahmed und der Koordinator der Anlaufstelle in Lörrach, Adem Ademi, mit geflüchteten Roma aus der Ukraine und Reinhard Zahn, Fachbereichsleiter für Migration und Integration der Caritas im Landkreis Lörrach. 
 

Zuerst berichten die anwesenden Roma aus der Ukraine, die mit vielen minderjährigen Kindern geflohen sind, dass sie dankbar sind, Schutz zu bekommen und ein Dach über dem Kopf zu haben. Der Fluchtweg war sehr schwer und mit vielen Ängsten verbunden. Einige mussten Geld unter der Hand bezahlen, damit auch die Männer fliehen konnten. Viele haben es nicht geschafft und sind in der Ukraine geblieben. Sie kommen aus Kiew und sind jetzt hier in Sicherheit. Die anwesenden ukrainischen Roma sind dankbar für Herrn Adem Ademi als Ansprechpartner, der von der Minderheit kommt, die gemeinsame Sprache Romanes spricht und die Familien in alle Fragen unterstützt.
 
Herr Adem Ademi, der Koordinator der Anlaufstelle in Lörrach, bringt negative und positive Meldungen mit. Die gute ist, dass alle Roma aus der Ukraine eine Aufenthaltserlaubnis erhalten haben. Die negative ist, dass die Roma keine privaten Wohnungen und keine Arbeitseinstellungen bekommen. Laut Herr Zahn, Fachbereichsleiter der Caritas für Migration und Integration im Landkreis Lörrach, der ebenfalls an dem Treffen teilnimmt, gibt es auch Probleme mit der Schule.  
 
Herr Zahn erzählt, dass viele Roma-Familien ihre Kinder nicht in die Schule schicken würden und sehr schwer zu integrieren seien. Daraufhin macht Kemal Ahmed deutlich, dass die Roma-Familien, besonders die Kinder, noch traumatisiert sind. Außerdem klärt er darüber auf, dass die ständige Angst und Verfolgung, auch psychologisch gesehen, dazu führen können, dass die Familien sich gegenüber Außenstehenden abschotten, damit ihnen keiner schaden kann. Kemal Ahmed weist darauf hin, dass es dafür viel Zeit und Unterstützung braucht und bittet darum, dass diese bereitgestellt werden. Viele Roma-Kinder mussten Russisch oder Ukrainisch sprechen, jetzt müssen sie Deutsch lernen und das fällt ihnen nicht leicht.
 
Herr Zahn betont, dass er die Diskriminierung gegen Roma sehr stark und deutlich wahrnimmt. Er erzählt zum Beispiel, dass unter den ukrainischen Geflüchtete Roma stark diskriminiert werden. Es ist geplant, die Anlaufstelle Pro S.R. in den nächsten Tagen zu einer gemeinsamen Sitzung mit der Stadt Lörrach und allen Organisationen vor Ort einzuladen, um die Situation mit den Roma zu verbessern bzw. diese umfassend zu unterstützen. An diesem Treffen wird Herr Adem Ademi als Koordinator der Anlaufstelle Pro S.R. in Lörrach teilnehmen.
 
Für eine Zusammenarbeit sind beide Seiten sehr offen und es ist geplant, im Oktober eine gemeinsame Veranstaltung zu organisieren.