Kooperationsvertrag zwischen Sinti & Roma Beauftragtem und der Kath. Kirchengemeinde Emmendingen-Teningen

Ende Mai fand ein erstes Treffen zwischen dem Leiter und Koordinator der Anlaufstelle „Pro Sinti & Roma“, Kemal Ahmed, und zwei Vertretern der Kath. Kirchengemeinde Emmendingen-Teningen, Pfarrer Herbert Rochlitz und Edith Kulzer-Schwab, statt. Es ging um ein Kennenlernen und einen ersten Erfahrungsaustausch zwischen beiden Seiten. 

Kemal Ahmed (Pro Sinti & Roma), Pfarrer Herbert Rochlitz und Edith Kulzer-Schwab (Kath. Kirchengemeinde Emmendingen-Teningen) [v.l.n.r.]
Edith Kulzer-Schwab hat in ihrem Beratungsangebot in Kooperation mit dem Caritasverband für den Landkreis Emmendingen „Caritas in der Gemeinde“ immer wieder mit Angehörigen der Volksgruppe der Sinti & Roma zu tun und berät sie in schwierigen Lebenssituationen.
 
Gerade zurzeit ist es fast unmöglich, für aus der Ukraine geflüchteten Sinti & Roma Wohnungen zu finden, während für andere ukrainische Geflüchtete die Türen offen stehen. Dies habe mit den Vorurteilen und dem teilweise immer noch existierenden Antiziganismus in der Mehrheitsgesellschaft zu tun, so Kemal Ahmed.
 
Erste Schritte der Zusammenarbeit zwischen der Anlaufstelle „Pro Sinti & Roma“ und der Kirchengemeinde wurden im Juni gemacht. In einem »Kooperationsvertrag wurde die gegenseitige Unterstützung durch Informationsaustausch und Zusammenarbeit bei Aktionen oder Veranstaltungen sowie die Zurverfügungstellung von räumlichen Ressourcen vereinbart.
 
Wünschenswert wären solidarische Formen der Vernetzung auf Augenhöhe mit weiteren Kirchengemeinden. 
 
Die Arbeit gegen Vorurteile und Diskriminierung aller Art ist ein dringliches Aufgabenfeld kirchlicher Bildungsarbeit, um die Gesellschaft für dieses Thema zu sensibilisieren, Haltungen zu reflektieren und diskriminierende Strukturen zu erkennen und abzubauen. Eine darauf zielende Veranstaltung ist für den Herbst 2022 in Emmendingen angedacht.
 
Der Grundstein und der Wille für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sind gelegt.