Die Beauftragten für Sinti und Roma der ev. und kath. Kirche treffen sich
Ein historisches Treffen – bei einem Gespräch zwischen den beiden Beauftragten für Sinti und Roma stand die Situation der Sinti und Roma im Land BW im Mittelpunkt. Vor dem Hauptgespräch kam es zu einem Austausch beider Beauftragter über ihre vorherige Arbeit, wobei sich herausstellte, dass beide Filmemacher sind. Mit der neuen Stelle als Beauftragte kommt nun neben dem beruflichen Hintergrund noch eine weitere Gemeinsamkeit hinzu.
Pfarrerin Silke Stürmer erklärte, dass ihr die Arbeit mit Sinti und Roma sehr wichtig sei und sie sich besonders dafür einsetzen wolle, die Bildungssituation der Sinti und Roma zu verbessern. Herr Ahmed berichtete über seine Arbeit im Kontext der Anlaufstelle Pro Sinti und Roma, die bereits über 600 Personen in verschiedenen Bereichen unterstützen konnte, beispielsweise bei der Suche eines Jobs, Praktikums oder einer Ausbildungsstelle. Zudem werden Workshops überAntiziganismus angeboten sowie Beratungen unabhängig vom Herkunftsland, z.B. auch für Roma aus dem Westbalkan, der Ukraine oder anderen Ländern, durchgeführt.
Aus aktuellem Anlass drehte sich das Gespräch auch um die flüchtenden Sinti und Roma aus der Ukraine, die nach Baden-Württemberg kommen. Gemeinsam wird hier die Position vertreten, dass für diese Menschen die spezielle Beratung in der Muttersprache wichtig und notwendig ist. Zudem besteht die Schwierigkeit, dass Roma trotz des Nachweises ukrainischer Pässe nicht immer geholfen wird und einige selbst auf der Flucht Diskriminierung erfahren, weil sie der Minderheit der Roma angehören oder eine dunklere Hautfarbe haben.
Das Netzwerk Pro Sinti und Roma unterstützte seit März 2022 bereits über 55 Menschen, die aus der Ukraine angekommen sind. Eine Zusammenarbeit mit anderen Beratungsinstitutionen findet ständig statt. Unter anderem leistet das Netzwerk telefonische Beratung für die Sozialbetreuung in Erstaufnahmeeinrichtungen wie der LEA in Karlstruhe, Heidelberg und Freiburg. Die Zahl der Geflüchteten, die in Kontakt mit dem Netzwerk stehen, nimmt stetig zu.
Eine Kooperation zwischen den beiden kirchlichen Beauftragten ist sehr erwünscht. Demnächst ist das Unterschreiben einer schriftliche Kooperationsvereinbarung geplant und es wird eine Pressemitteilung im Beisein von JournalistInnen und der Presse in Stuttgart gegeben.