„Was ich am wenigsten an Gott begreife, ist seine Liebe!“

Diese treffenden Worte formulierte Sophie Scholl, die in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Tatsächlich ist Gottes Liebe unbegreiflich. Warum begegnet er uns Menschen in seiner Liebe? „Warum ist er unseretwegen herabgestiegen?“ fragt sich Sophie Scholl. Und weiter: „Ja, das sollte man immer bedenken, wenn man es mit anderen Menschen zu tun hat, dass Gott ihretwegen Mensch geworden ist.“ 

Sophie Scholl verwundert Gott, so wie er uns stets verwundern will, nicht nur in der Weihnacht als verwundbares Kind im Stall, sondern auch als Verwundeter am Kreuz. Immer wieder ist es beschämend, zu welch grauenvollen Dingen wir Menschen in der Lage sind, welch tiefe Verletzungen wir einem anderen Menschen zufügen oder uns zugefügt werden. Genauso in welch abgrundtiefem Egoismus Menschen gefangen sind und rücksichtlos leben oder agieren. Eigentlich ist unsere Welt kaum zu verstehen und vor allem sind wir Menschen kaum zu begreifen. 
 
Und doch ist unser wunder und gleichzeitig wunderbare Punkt: die Liebe. Wir kennen sie alle. Wir ersehnen sie alle. Wir wissen um sie und ihre Göttlichkeit, die in jeder und jedem von uns steckt. Die Feier der Weihnacht, darf uns genau daran erinnern und die Liebe in uns herausfordern. 
 
 
Wir dürfen versuchen Gott und seine Liebe zu begreifen, im Du, im Nächsten, im Blick auf oder in die Weihnachtskrippe. 
 
Ihnen wünsche ich eine Wunder- und gleichzeitig wunderbare Weihnacht!
 
Pfr. Thomas Braunstein