
Die Liebe zum Wald war es, die ihren ersten Berufswunsch beeinflusste: „Ich studierte in Freiburg Forstwissenschaften, damals noch als Diplomstudium. Im Anschluss promovierte ich im Bereich Baumphysiologie und erforschte wie gut unterschiedliche Ökotypen der Buche weiterleben können, wenn ihnen kein Wasser mehr zur Verfügung steht. Im Hinblick auf den prognostizierten Klimawandel war das schon damals ein interessantes Thema.“ Nach der erfolgreichen Promotion blieb Dr. Carmen Schraml zunächst an der Universität und arbeitete in der Forschung und Lehre. Dort koordinierte sie unter anderem einen Sonderforschungsbereich. Mit der Geburt ihrer Kinder beendete sie ihre Tätigkeit an der Universität und begann sich an verschiedenen Orten ehrenamtlich zu engagieren, auch in der katholischen Kirchengemeinde vor Ort.
2009 fasste sie den Entschluss vom evangelischen zum katholischen Glauben zu konvertieren. Ein Tag, an den sie sich rückblickend sehr gut erinnert: „Ein inzwischen befreundeter Priester begleitete mich damals über Wochen hinweg und bereitete mich auf diesen besonderen Tag vor. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Beichte bei ihm und an den vorangegangenen Pilgerweg zur Kapelle in Tennenbach. Während meiner Vorbereitung hatte ich zum ersten Mal das Gefühl als ganzer Mensch wahrgenommen zu werden und dass nicht nur auf einzelne Teile von mir geschaut wird. Er gab mir das Gefühl, in jeder Begegnung die Gegenwart Jesu zu spüren. Genau diese Gegenwart Jesu möchte ich nun an andere weitergeben und in jeder Begegnung wahrnehmen.“
Als ehrenamtlich Engagierte und Absolventin des Theologischen Kurses nahm die Mutter zweier Kinder schließlich das Berufsbegleitende Studium zur Gemeindereferentin auf. Die sich anschließenden schul- und pastoralpraktischen Jahre absolvierte sie in der Pfarrei Herz Jesu in Freiburg. Es folgten zwei berufspraktische Jahre in der Seelsorgeeinheit Oberes Elztal im Dekanat Endingen-Waldkirch sowie die Berufseinführungsphase in der Seelsorgeeinheit Waldkirch. Hier wird sie auch zukünftig als Gemeindereferentin die Seelsorge vor Ort mitgestalten.
Dabei möchte sich die angehende Gemeindereferentin bei ihrem Wirken und Tun nicht nur auf einen speziellen Aufgabenbereich konzentrieren, sondern sich vielfältig einbringen: „Mein Herz schlägt für viele Dinge und ich sehe nicht unbedingt nur einen speziellen Aufgabenbereich. Es geht mir eher darum, wie ich meinen Aufgaben nachgehe.“ Kraft schöpft sie dabei besonders aus dem Gebet Engel des Herrn: „Die Worte Marias ‚Mir geschehe nach deinem Wort‘ finde ich immer noch unglaublich mutig und ich bete das Gebet immer, wenn eine Aufgabe vor mir liegt, die mir ein paar Nummern zu hoch ist. Es vermittelt mir das Vertrauen, dass es gemeinsam irgendwie geht – und bisher hat es sich auch immer bewahrheitet. Ich freue mich, dieses Vertrauen auch an all die Menschen weiterzugeben, mit denen ich die Kirchengemeinde gemeinsam gestalte und mit denen ich Glauben leben kann.“ Besonders in der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen ist ihr gegenseitiges Zutrauen wichtig, denn gerade im Zutrauen zum jeweils Anderen zeige sich die wertvolle Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen. Vorallem mit Blick auf die zukünftigen Aufgaben und Herausforderungen in der Erzdiözese Freiburg sagt sie: „Wir müssen offen für den Weg Jesu Christi sein und neugierig auf das bleiben, was ‚Er‘ sich für uns wünscht.“
Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten: Nahe bei den Menschen!
Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten sind hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger in katholischen Kirchengemeinden der Erzdiözese Freiburg. Sie haben eine mehrjährige theologische, religionspädagogische und gemeindepraktische Ausbildung absolviert und arbeiten gemeinsam mit anderen hauptberuflich pastoralen Diensten und ehrenamtlich Engagierten im Team einer Seelsorgeeinheit. Zu ihren Aufgaben in der Pastoral gehören die Begleitung und Unterstützung der Ehrenamtlichen und die Vernetzung von Projekten und Initiativen. Dadurch gestalten sie gemeinsam mit anderen Kirche und Gesellschaft vor Ort. Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten eröffnen Räume, in denen Menschen den Glauben miteinander teilen und mit dem eigenen Leben in Verbindung bringen können. Dies kann in der Einzelseelsorge und in der Arbeit mit Gruppen geschehen. Zum weiteren Aufgabenfeld gehören unter anderem der Religionsunterricht an Grund-, Real- und Werkrealschulen, die Trauerpastoral und Beerdigungen, die Leitung von Wortgottesfeiern, die Begleitung verschiedener Gruppen, sowie die Sakramentenkatechese, etwa die Vorbereitung auf die Erstkommunion oder die Firmung. Ihre Beauftragung haben die Gemeindereferentinnen und der Gemeindereferent in diesem Jahr unter das Leitwort ‚Da rief der HERR den Samuel und Samuel antwortete: Hier bin ich.‘ (1 Samuel 3, 4) gestellt.
Die Beauftragungsfeier wird live im Internet auf www.ebfr.de/livestream übertragen.
(mk)





![Quelle: Bernhard Bußhardt [Mariä Heimsuchung, Suggental]](https://www.kath-waldkirch.de/im/img/_KrGYSQLbSrXmS-LWn6dWsWdOVvHbSh25SCHbFBD_Vv1mfCpmFruaKR3_ID35S3DmSRGJSOcJSj2fG-jWpoxWG6dfKCVaIHd5d/f,j/mariaeheimsuchung_1920x300_bb.jpg)


