In Mitteleuropa leben Millionen Roma vom Existenzminimum. In der Corona Krise drohen ihnen nun zusätzlich noch rechtsextreme Agitationen und staatliche Repression. Hilfe gibt es nicht.
Kein Trinkwasser, keine Abwasserkanäle, dafür viele Menschen, die in geschlossenen Räumen leben. In den großen Roma- Siedlungen in Rumänien, Bulgarien, Serbien, Nordmazedonien oder in der Slowakei findet sich keinerlei Infrastruktur und somit schlimme hygienische Umstände.
Corona gefährdet Millionen armer Roma
Repression statt Hilfe
Während der Corona-Pandemie gibt es ernsthafte Gesundheitsrisiken für Millionen armer Roma in den mittel-und osteuropäischen Ländern. Roma-Organisationen beschweren sich, dass Länder wie Bulgarien, Serbien und Nordmazedonien den Ärmsten der Armen nicht helfen werden. Schlimmer noch: es kommt zu staatlicher Repression und zu rechtsextremer Hetze.
So brachten Rechtsextremisten beispielsweise in Statt nach Möglichkeiten zu suchen, diese besonders gefährdeten Mitglieder unserer Gesellschaft vor dem Coronavirus zu schützen, heizen einige Politiker Antiziganismus aktiv an.
Anstatt Roma so gut es geht vor Covid 19 zu schützen, nutzen Rechtsextremisten jede Gelegenheit, Antiziganismus zu schüren.
František Kopriva, Berichterstatter für Roma: In Bulgarien etwa machen rechtsextreme Politiker Roma zu Sündenböcken und verbreiten das Gerücht, dass aus Westeuropa zurückgekehrte Roma das Coronavirus eingeschleppt hätten. Vertreter der ethnischen Minderheit befürchten gewalttätige Übergriffe. Roma-Siedlungen werden grundlos unter Quarantäne gestellt.

So sind mehr als 50 000 Menschen derzeit isoliert.
Herbert Heush, wissenschaftlicher Direktor des Zentralrats, will keinen Alarmismus verbreiten, aber seine Anliegen sind eindeutig zu hören:
Die Situation droht noch schlechter zu werden.
Der Zugang zu Trinkwasser ist vielerorts schlecht, und nun werden Menschen von medizinischer Versorgung ausgeschlossen. Das ist eine Menschenrechtsverletzung.
Herbert Heush, Zentralrat der deutschen Sinti und Roma, meint, das Corona-Virus und wirtschaftliche Schwierigkeiten bedrohen Roma. Wenn die Coronakrise mehrere Wochen anhält, fürchtet Heush, dass viele Roma-Familien außer dem gesundheitlichen auch einen wirtschaftlichen Notfall erleben werden. Der Grund: viele Roma leben vom Einzelhandel mit Lebensmitteln und
Haushaltsprodukten, von Schrott oder vom Einkommen als Erntehelfer in Deutschland zum Beispiel.
Hunger droht vielen Familien. Sie haben keine Rücklagen und können sich kaum auf staatliche Hilfe verlassen ", sagt Heush. In den meisten mittel- und osteuropäischen Ländern sind die Sozialhilfezahlungen relativ gering, falls Roma überhaupt was bekommen.
Die Europäische Union hat in der Vergangenheit Milliarden Euro für Roma in die Mitgliedsstaaten in Südosteuropa, aber auch in Mitteleuropa, sogar nach Deutschland geschickt. Besonders in Bezug auf Bulgarien beschwert sich der Vertreter des Organisation „Roma- Haus“, dass das Geld zu oft nicht dorthin geflossen sei, wo es hätte hinfließen sollen.
Auch in Nordmazedonien, Serbien, Kosovo und Bosnien- Herzegowina sind Milliarden Euro für Roma geschickt worden für die Gesundheitsversorgung, für den Arbeitsmarkt und für die Bildung. Nichts von dem Geld ist bei den Roma angekommen. So fragen wir uns als Pro-Roma: „Wo ist denn das Geld?““
SLOWAKEI
Amnesty International fordert die slowakische Regierung auf, dafür zu sorgen, dass die Menschenrechte im Mittelpunkt aller Maßnahmen stehen, um auf COVID-19 zu reagieren.
Amnesty International ist ernsthaft besorgt darüber, dass in Roma- Siedlungen viele, zu viele, erkranken könnten. Roma sind nicht krankenversichert und leben/ wohnen meist ohne Strom, Kanalisation und Trinkwasser.

Der Chef von C14 Efgen Karas hat ein Video in sozialen Netzwerken hochgeladen, wie der Minister mit rechtsextremen Gruppen bei der "Inspektion" des Gebiets zusammenarbeitet und behauptet, Probleme im Zusammenhang mit sogenannten "Zigeunerbanden" zu untersuchen.
Die Bundesregierung bzw. der Verfassungsschutz warnt vor Nazianschlägen, die jetzt vermehrt ausgeübt werden könnten: "In Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sollen Waffen und Munition aus Verstecken, sogenannten Safehouses, geholt worden sein." Die Opposition fordere, dass Nazis innerhalb der Polizei und dem Militär besonders beobachtet werden sollen. Das ist wichtig.
Die Anlaufstelle Pro-Roma wünscht euch viel Kraft in dieser Krisenzeit.
Vielen Dank für eure Unterstützung!





![Quelle: Bernhard Bußhardt [Mariä Heimsuchung, Suggental]](https://www.kath-waldkirch.de/im/img/_KrGYSQLbSrXmS-LWn6dWsWdOVvHbSh25SCHbFBD_Vv1mfCpmFruaKR3_ID35S3DmSRGJSOcJSj2fG-jWpoxWG6dfKCVaIHd5d/f,j/mariaeheimsuchung_1920x300_bb.jpg)


